Lebenslanges Lernen - Immer und überall

In welchen Bereichen ist eLearning sinnvoll und effektiv? Wie läuft es ab? Und wie verändert es das Lernen im Betrieb? Es lohnt sich einen Blick auf diese populäre Entwicklung zu werfen.

Macht es Sinn, einen menschlichen Trainer einfach durch ein Computerprogramm zu ersetzen? Ein Artikel der Wirtschaftswoche von Autorin Simone Janson hinterfragt diese Form der Weiterbildung kritisch und fragt nach den Bedingungen, unter denen eLearning erfolgreich sein kann.

MOOCS (Massive Open Online Courses) kennt man aus dem universitären Kontext. Neben dem bloßen Online-Wiederholen von bereits vermitteltem Wissen erlebt man bei einem Webinar, also einem Seminar im Web, den menschlichen Seminarleiter via Technik live, und so ist auch Interaktion per Chat möglich. Eigene eLearning-Plattformen geben einen Überblick über die Vielfalt der Kurse und Kursarten.

Warum macht eLearning Sinn?

ELearning ist flexibel und kann sich ganz an den Interessen und benötigten Qualifikationen des Lernenden orientieren. Dies ist natürlich auch im Betrieb von Vorteil. Individuelle Weiterbildung mit Bezug zum Arbeitsalltag ist jedoch wichtig. Denn zum erfolgreichen Lernen brauchen wir unser limbisches System: Lernen will mit positiven Gefühlen belohnt werden. Ob diese motivierende „Belohnung“ alleine vor dem Computer zu realisieren ist, ist fraglich. Lernen sollte leichten, positiven Stress verursachen. Als Anknüpfungspunkt ist dafür bereits erworbenes Wissen oder eine aktuelle Situation im Arbeitsalltag sinnvoll. So erlebt der Mitarbeiter seine virtuelle Fortbildung nicht als zusammenhanglos oder sinnentleert.

Menschliche Begleitung wird durch das eLearning jedoch nicht unwichtiger, im Gegenteil. Ein flankierendes Coaching motiviert den Mitarbeiter, das Gelernte im Job anzuwenden. Auch könnte der Neuerwerb von Wissen seitens des Vorgesetzten mit einem möglichen nächsten Karriereschritt verknüpft werden.

ELearning macht also Sinn, wenn es individuell und praxisbezogen zum Einsatz kommt und den Mitarbeiter motiviert, auch nach Abschluss des Kurses selbst weiter sein Wissen zu vertiefen. Demgegenüber steht die wohl immer noch beste Art, einen Kollegen zu neuem Wissen zu verhelfen: nämlich von Mensch zu Mensch „on-the-job“.

Hier sehe ich auch die Grenzen des eLearning: Authentisches Feedback kann immer nur ein Mensch geben. Hier ist der Vorgesetzte wiederum in der Rolle des Vorbildes – und er sollte auch Richtung und Ziel des eLearnings klar kommunizieren.