Steigt die Mitarbeiterzufriedenheit durch Feel-Good-Management?

Und wirkt sich dies auf den Erfolg des Unternehmens aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich die ZEIT ONLINE in einem Artikel. Auch in Deutschland zeigt sich der Trend, die Mitarbeiter mit „Wohlfühl-Maßnahmen“ bei Laune zu halten. Jedoch ist für die Zufriedenheit im Job nicht (nur) das Surrounding wichtig, sondern vor allem, dass die Arbeit selbst als erfüllend, sinnstiftend oder sinnvoll empfunden wird.

„Forschungsergebnisse aus der Positiven Psychologie zeigen, dass positive Gefühle nicht nur eine Folge von guten Arbeitsergebnissen sind, sondern auch eine Vorbedingung“ so Autor Nico Rose in der ZEIT. Das bedeutet, dass Neugierde und Begeisterung für die eigene Tätigkeit schon vorab vorhanden sein müssen.

Die Positive Psychologie ist eine relativ junge Disziplin innerhalb der Psychologie, beschäftigt man sich sonst doch hauptsächlich mit negativen Gefühlen. Die Positive Psychologie fragt: Was muss für ein gelungenes Leben vorhanden sein? Ist es nur die Abwesenheit von Unglück? Beim sogenannten Feel-Good-Management versucht man, eben jenes Wohlgefühl bereits vorab durch Maßnahmen wie Massagen oder Gratis-Essen zu generieren.

Warum Feel-Good-Management nicht zu langfristiger Zufriedenheit und damit höherer Unternehmensproduktivität führt, ist einfach zu erklären: Das hedonische Wohlbefinden lebt von der Erfüllung von sinnlichen Genüssen wie etwa gutem Essen. Diese Zufriedenheit ist jedoch kurzlebig. Eudaimonisches Wohlbefinden hingegen, welches länger anhält, erwächst aus dem Gefühl der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens. Übrigens ebbt dieses Wohlbefinden nicht dauerhaft ab, nur weil uns unsere Arbeit zwischendurch auch einmal mühsam erscheint. Sinnhaftigkeit ist eben nicht kurzlebig.

Alex Edmans von der London Business School belegte, dass Unternehmen mit zufriedeneren Mitarbeitern auch am Kapitalmarkt die Nase vorne haben. Dieser Effekt zeigte sich jedoch vor allem in jenen Ländern, in denen die Arbeitsbedingungen weniger rechtlich geregelt sind als etwa in Deutschland. Das bedeutet, wer sich durch Investition in die Mitarbeiter abhebt, profitiert langfristig.