Wie Sie in nur 3 Schritten einfach mal NEIN sagen

…auch wenn Sie andere gerne unterstützen

Wussten Sie, dass vier von fünf Deutschen dazu neigen, zu oft Ja zu sagen?Daher meinen Glückwunsch, wenn Sie zu den stolzen 20% gehören, die selbstbestimmt, souverän und stets im richtigen Moment ein klares NEIN! einsetzen. Allen anderen empfehle ich, nachfolgende Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit zu lesen.

Wir alle sagen also allzu oft Ja, obwohl wir eigentlich Nein meinen. Die Focus Redakteurin Beate Strobel spricht in diesem Zusammenhang „von der Kunst des klugen Nein“ und der Buchautor Rene Borbonus ergänzt diese Darlegung, durch den Zusatz „wie du dir nervige Diskussionen ersparst“.

Fakt ist: „Nein zu sagen fällt den meisten Menschen schwerer als Ja zu sagen“. Dies klingt im ersten Moment profan und scheint von geringer Bedeutung, aber auf den zweiten Blick kann ein fehlendes Nein schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

Zu schnell Ja gesagt und Sie verbringen Ihren einzigen freien Tag in der Woche schon wieder mit Ihrer widerborstigen Schwiegermutter oder aber kaufen Dinge, die Sie eigentlich doch nicht brauchen. Oder übernehmen abermals die Aufgaben eines Arbeitskollegen nur deshalb, weil er Sie so nett fragte.

Das mächtigste und notwendigste Wort der Welt: NEIN

Die Folge von zu viel Ja-Sagerei ist dabei frappierend, denn „immer mehr Menschen fühlen sich fremdbestimmt, sie sehnen sich nach Autonomie“. Der US-amerikanische Verhandlungsexperte und Coach in Unternehmenskonflikten William Ury rät darum, mit ganzem Herzen und im richtigen Moment das Nein auszusprechen, denn ein Nein ist das „mächtigste und notwendigste Wort“ der Welt, um die eigene Person zu schützen und gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse und Selbstbestimmtheit zu wahren.

Wenn es also um die Wahrung der eigenen Grenzen geht, warum fällt es dann den meisten Menschen so schwer, Nein zu sagen? William Ury erklärt es damit, dass jede Person grundsätzlich gefallen möchte und durch ein „Ja hoffen sie, Everybody´s Darling zu sein“.

Ein Ja ist also bequem, denn wer Ja sagt, wählt den Weg des geringsten Wiederstandes.

Das heißt aber nicht, dass Sie nun zukünftig grundsätzlich zu allem Nein sagen sollten.

NEIN! Sagen Sie Nein, wenn Sie Nein sagen möchten, denn „ein gutes Nein steht im Dienste eines höheren Ja“.  „Es ist kein Zeichen von Schwäche, die eigenen Wünsche wahr und ernst zu nehmen“. Ein gutes Nein schafft Profil und Klarheit, ist effektiv und schont Ihre Kräfte. Und denken sie daran, notorische Ja-Sager sind Fleißbienchen, aber bei Weitem keine guten Leistungsträger.

Wie Sie Klarheit über Ihre wichtigen Ziele bekommen und öfters NEIN sagen können:

High Performance Coaching

Mit Ja oder Nein antworten Sie auf Entscheidungsfragen und verdeutlichen somit Ihren eigenen Standpunkt.

Sei es beruflich oder privat, Ziele sind die Voraussetzung für eine klare Entscheidung.

„Will ich es, oder nicht?“ und „Sind die Folgen mir es wirklich wert, Nein zu sagen?“  helfen Ihnen bei der richtigen Entscheidung.

Nein sagen ist keine Hürde, sondern absolut notwendig. Beachten Sie dabei aber stets die Kunst eines klugen Neins. Die laute, abweisende und autoritäre Holzhammer-Methode eines nackten Neins ist bekanntlich in den seltensten Fällen erfolgreich. Rene Borbonus empfiehlt daher folgenden „Dreischritt“, um gleichzeitig höflich, aber doch bestimmt Nein zu sagen:

  1. Leiten Sie das Nein durch eine freundliche Bemerkung zur Sache ein, bedanken Sie sich, bezeugen Sie Ihr ehrliches Interesse:

„Das Thema klingt sehr interessant und spannend. Ich finde es schmeichelhaft, dass Sie an mich gedacht haben, um dieses Projekt zu starten.“

  1. Formuliere Sie das Nein mit einem knappen Hauptsatz – ganz nach dem Motto „Liebvoll und unerbittlich“:

„Leider Nein, ich habe keine Zeit, da andere Projekte meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen!“

  1. Setzen Sie schlussendlich einen Alternativimpuls, der dem Adressaten eine konkrete Perspektive bietet, der jetzt aber Ihren eigenen Bedürfnissen hinsichtlich des Sachverhaltes entspricht:

„Sprechen Sie mich aber bitte  in 4 Wochen nochmals an, dann habe ich freie Kapazitäten für Sie.“

Richten Sie sich nicht nach den Zielen anderer aus

Festzuhalten bleibt, ständige Zustimmung verschleiert die eigene Person, kostet Kraft – bis hin zum Burnout – und führt selten zum Ziel. In meiner Arbeit als Berater erlebe ich immer wieder, dass Menschen „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“, denn wer sich nach den Zielen andere ausrichtet, verliert seine eigenen dabei aus den Augen. Mit dem Verlust der Orientierung wird man schnell zum chronischen Ja-Sager.

Nur wer ein konkretes Ziel hat, kann darauf zugehen, sagt klar Ja oder Nein, bestreitet souverän seinen Weg.

Gehen Sie Ihren Weg und sagen Sie öfters Nein – es lohnt sich!